Erzlehen Tobrinthien

Herzog: Sulvan Shadar Cashan
Grafschaft Rathelsbeck:
Baronie Hohensieg,
Freiherrenschaften:
Veldendt, Farnwald, Freisinn
Grafschaft Feuermal:
Baronien Siebensims, Rothwald u. Rothburg, vom rauschenden Thann,
Freiherrenschaft Talgrund
Grafschaft Waleis:
Baronien Reuhenthal, Patelamunt
Freiherrenschaften: Patelamunt, Liebliches Feld
Clannthin (Legendenwald der Alten)
Tobrinthien ist das farbigste Erzlehen und neben Herothien an Fläche das größte Gebiet des Landes. Hier befindet sich im Osten auch die Akademie der Magie und Wissenschaften unter ihrem Leiter Ambrosius Wirbelstein zu Grünfels-Stiefelstolz, die sich vor allem der "Ergründung des Weltenganges" verschrieben hat.
Viele kleine und große Burgen und einige wenige, kaum noch sichtbare Ruinen, die von den Fehden vergangener Tage erzählen, durchziehen das Erzlehen. Sie sind stumme Zeugen der rauen Jahrzehnte, in denen die tobrinthischen Herren sich und ihre Vasallen in Sippenstreitigkeiten gegenseitig erschlugen.
In Thobrinthien kehrte als letztes Erzlehen der Königin Ruhe und feudalistische Ordnung ein, gab es hier doch noch lange Zeit Sippen und Herrschaftsfehden unter der Vielzahl von (oft in den Wirren der Frühstauchischen, Nach-Drachenkriegischen Zeit selbsternannten) Fürsten und Adeligen.
Thobrinthien selbst wechselt sein Gesicht ständig: Von den rotverbrannten, heißen Wüstendünen Elhambras, die Furwins Feueratem einst verfluchte und deren Kernland Freedland (Feuerland) heute von kargen Oasen durchzogen ist, über die flache Grasebene der Akademie-Provinz bis zu den von Flüssen durchzogenen grünen Tälern Rathelbecks und der Akademie.
Das tiefrote 'Faucherblut', Stauchens beliebtester und teuerster Wein hat hier sein Stammland. Seit einiger Zeit wird in der Freiherrenschaft Veldendt auch Bier gebraut.
Ebenso abwechslungsreich wie die Landfärbung erscheint die Bevölkerung der Region. Ob die feurigen Männer und Frauen Elhambras, die es ihrem Herzog gleichtun, die stillen, einfachen Bauern der Grasebene, die die mechanischen Apparaturen "ihrer" Akademie loben, die nie kampfmüden Krieger von Feuermal oder die immer feierfreudigen Bewohner Rathelsbecks – hier findet der Reisende sicher einen heimeligen Ort, der seinen Wünschen entspricht.
Lehen in Tobrinthien
Sulvan Shadar Cashan (Elhambra) nennt sich seit Anfang 612 n. SR. Herzog von Tobrinthien. In einem kurzen aber schmerzlichen Kampf löschte er die Familie seines Vorgängers Feirefiz aus. Nun ist er der Lehnsherr der Grafen von Feuermal und der Gräfin von Rathelsbeck.
Die sogenannten „Legendenländer der Alten“, der mythische Clannthin-Wald nimmt eine Sonderstellung ein, er liegt zwar in Tobrinthien, die Elfen als Lehensnehmer aber unterstehen direkt der Königin und nicht dem tobrinthischen Herzog.
Die Akademiestadt besitzt nach dem Freistadt-Gesetz von 211 n.SR. eben jene gesetzliche Sonderstellung, die ihr Abgabenfreiheit zugunsten der Wissensförderung zugesteht. Auch die Verwaltung der Akademiestadt ist nicht lehnsrechtlich geregelt, sondern beruht auf den Grundlagen einer eher akademisch-bürgerlichen Hierarchisierung, d.h. die Akademieleiter des roten und des weißen Turmes teilen sich die Verwaltung von Akademie und Stadt – und bestimmen i.d.R. einen Stadtmeister für die städtischen Angelegenheiten. Die Akademiestadt selbst wirt wirtschaftlich-ökonomisch gestützt durch die direkt in der Nachbarschaft wirkenden – und florierenden – Guts- und Bauernhöfe.
Grafschaft Rathelsbeck (Karte der Grafschaft)

Einer der letzten gefürchteten Barone des alten Schlages war Herbert von Rathelsbeck, der Lehen, Untertanen und nicht zuletzt seine gebildete Frau Agathe bis aufs Blut peinigte. Doch nach seinem mysteriösen Tod erblühte zusammen mit der ganzen Provinz auch das fruchtbare Land um Rathelsbeck unter der sanften Hand seiner tugendhaften Witwe, die im Jahre 609 n.SR. von der Königin zur Gräfin erhoben wurde.
Agathes junge Cousine Tithiana führt die Baronie von Hohensieg. Seit vielen Jahren verwaltet der treue Friedhold von Freisinn seine Lehen in nächster Nachbarschaft.
Die Freiherrenschaft Farnwald erfuhr in den letzten Jahren einen häufigen Verwaltungswechsel: 608 n.SR. übernahm der Cousin Gräfin Agathes, Timorius zu Itter den Herrensitz von Freiherrin Salina. Nach seinem Eintritt in die Inquisition überantwortete die Gräfin Brian de Fries das Waldgebiet nahe des Clannthins. Ebenso wie Chevalier Raphael de Dragon du Nord, Freiherr von Veldendt hat Agathe mit diesen beiden Männern zwei gebürtige Ausländer auf wichtige Posten gesetzt.
Grafschaft Feuermal

Die beiden Zwillingsbrüder Swertreht und Hermann residieren in Feuermal. Seitdem Swertreht seit dem Spätsommer 611 n.SR. in Narrant festgehalten wird, übernimmt sein Bruder Hermann die Pflichten des Grafen.
Elhambra – Wüstes Land

Elhambra ist, streng genommen, die große Oase am Reginsfarer Tränensee, die Hauptstadt und der Hauptsitz des Herzogs von Thobrinthien. Bevor die Regionen des ehemaligen Freedland unter den ehemaligen Kalifés des Wüstenlandes aufgeteilt wurden, nannte man alle bewohnten Regionen dieses Landstrichs Elhambra und so ist der Name ebenso geblieben.
Für Elhambra gilt Stauchisches Recht, wobei die Elhambrer mit dem Bund von 380 n. SR. Zusatzrechte betreffs der Eheregelung und der Vasallenpflicht sowie der Leibeigenschaft erhandelt haben, die auch heute noch gelten.
In Elhambra ist das Adelssystem etwas anders aufgebaut, was darauf beruht, das sich die Elhambrer 350 Jahren bewusst vom übrigen Stauchen absonderten, da man die Veränderungen der Menschen und die schnelle Versöhnung mit den Drachen, die das elhambrische Land schließlich in Kooperation mit den Zwergen immerhin erhebliches Blut gekostet haben (die völlige Vernichtung Freedlands, dem heutigen Feuerland; mehr als 80% der Elhambrer ließen ihr Leben). Noch heute sind weite Teile des Landes unbewirtschaft- und oft auch unbewohnbar.
Der Drachenkrieg vor 750 Jahren hinterließ ein wüstes, rachedurstiges und sehr temperamentvolles Volk, welches sich versprach, nie wieder eine Auseinandersetzung zu verlieren. Jene Sturköpfigkeit und das Beharren auf die eigene Autonomie der Kultur ließ Elhambra erst spät ein Bündnis mit der Stauchischen Königin eingehen. Und nicht selten im Laufe der Jahrhunderte drohte das fragile Band zwischen dem Kalifé und den Königinnen (oft wegen „Kleinigkeiten“) zu zerbrechen.
Elhambrische Mentalität und elhambrisches Weltbild:
Die Elhambrer sehen sich in vielen Dingen immer noch außerhalb Stauchens stehen und belächeln nicht selten die „überhebliche Steifheit“ der höfischen Zeremonien und Verhaltensmuster. Sie sehen sich selbst als fortschrittlich und tolerant an, sind zugleich aber auch äußerst traditionsbewusst (vor allem wenn es um individuelle elhambrische Traditionen geht: z.B. würde ein Elhambra niemals Wasser verschwenden oder ausspucken, sodass er bei dem Begrüßungsrituale lieber zwei Schlucke Wasser schluckt als den zweiten ausspuckt). Sie sind stolz und in vielen Dingen – orientalisch – dekadent, d.h. sie nehmen sich – wenn sie sie haben – Zeit für alles, egal ob Essen, Handel, Feiern, Minnen, Reden (!!!), Kämpfen, Diskutieren etc. etc. und genießen jede Sekunde davon sichtbar. Die Familie und das Gastrecht ist ihnen mehr als heilig, sodass man eher mit einem götterlästerlichen Fluch auf den Lippen davonkommt als dass man lebend etwas Missgünstiges über ein Familienmitglied sagen kann.
Neben der Familie ist auch der jeweilige Lehnsherr ein wunder Punkt in der Temperamenteskala der Elhambrer. Das Leben eines Elhambrers gehört seinem Kalifé und letztlich seinem Herzog.
Granador, Zazamanc und Thabronit sind die verbliebenen Kalifate, die in den letzten 250 Jahren zusammengefallen sind (aus 5 wurden 4 (in Thabronit gibt es zwei bestehende Kalifés, von denen einer der Herzog ist) wegen Sippenfehdschaften etc.). Granador ist bekannt für seine Bewässerungsanlagen, die in ihrer technischen Genialität patentiert wurden und auch in einigen Landstrichen Herothiens und Thalothiens (Kanvoleis z.B.) gewinnbringend angewendet werden. Granador ist auch die Gewürz-, Obst- und Gemüseseele des Landes, ja, ganz Stauchens. In Zazamanc bedient man sich ebenso des granadorschen Bewässerungssystem. Der Boden wirft jedoch v.a. Getreidesorten ab. An einigen Stellen ist zudem – durch diverse gescheiterte Bewässerungsexperimente – eine wassersumpflandschaft entstanden, in der jedoch ein weißes Korn, welches zur Zeit immer begehrter wird und man Reisha genannt hat, hervorragend zu wachsen scheint. In Thabronit pflegt man die Pferde- und Reittierzucht. Die besten Pferde (Shadimé genannt, Shadim (sg)) Stauchens kommen aus einem kleinen Flecken im Nordosten Freedlands.
Granador und Thabronit beherbergen zudem die ältesten Gelehrtenschulen Stauchens. Heute sind dies die einzigen Bibliotheken, die noch Dokumente vor den Drachenkriegen beheimaten sollen (bis auf die Burg Weißenburg, was aber auch nur ein Gerücht sein kann). Ihnen angeschlossen sind sogenannte Musheén, Aufbewahrungsorte für historisch-wertvolle Objekte und Schriften, die nur bedingt für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Für das Mushe in Elhambra braucht man die Fürsprache eines Assinen oder einer Assina, um Einlass zu bekommen.
Die Sprache der Elhambrer ist weitgehend blümerant und bildreich. Wortreiche Vergleiche verwirren so manchen außerelhambrischen Händler. Nicht umsonst befindet sich die Schule der Sprachkunst, ein Pflichtjahr hat jeder Hochburger Händler dort zu leisten, in Granador. (Manche Elhambrer sprechen einen S-lastigen Dialekt. Sseien Ssie nisst sso sstreng mit ssis selbst!)
Die Redewendungen der Staucher werden in Elhambrer etwas weiter ausgeführt.
Begrüßung:
„Der klare Morgen des Sturmdrachens möge deinen Weg bekühlen“
„Die Leidenschaft des Feurigen treibe dein Herz zu Tatenruhm“
„Reginsfars unendliche Klarheit in deinem Denken, Freund!“
„Furwins brodelndes Herz in deinem Handeln, Freund!“
Abschied:
„Möge die Weisheit der Drachen dir lachen!“
„Mögen die Drachen deine Füße mit frischer Kühle begrünen!“
„Klarheit und Leidenschaft der Silbergoldenen auf deinen Wegen“
„Dein Herz möge die Fesseln zersprengen und für eine wahre Tat heute schlagen“
Beschimpfungen:
„Sohn eines elhambrischen Gnus!“
„Zamonaischer Wildeber“
„Dein Auge ist so blind wie das Hinterteil eines golomitischen Hirschkäfers!“
etc. etc.
Wem dies noch nicht genügt, der lese in der Bibliothek die zusammengetragenen Notizen zu jener recht ungewöhnlichen Region Stauchens, ihren kulturellen Eigenarten und den gesellschaftlichen Blüten ihres Temperaments: Elhambra.