Die Grafschaft Rathelsbeck
Die edle Gräfin Agathe II. von Rathelsbeck aus dem Erzlehen Tobrinthien führte seit dem Tod ihres Gatten Herbert, dem Grausamen, die Grafschaft Rathelsbeck alleine sehr geschickt und umsichtig.
Doch noch grösser als die Liebe zu ihrer Heimat war lange Zeit die Neugier auf ferne Länder und Abenteuer. Agathe war die erste, die dem Aufruf der Königin, das Stauchener Land auf einer diplomatischen Mission zu verlassen, folgte.
Mit ihrer Erhebung in den Gräfinnen-Stand im Herbst 608 n.SR. kündigt sich für sie eine innenpolitische Karriere an, wenngleich Agathe im ersten Jahr ihrer neuen Aufgabe eine Pilgerfahrt durch Stauchen unternahm. Nun jedoch versammelt Agathe eine neue Gefolgschaft von tapferen Recken um sich. Dies natürlich im Dienste ihrer geliebten Königin und Freundin Sirinhilde III.
Freiherr Friedhold von Freisinn ist Gräfin Agathes ältester Lehnsmann und dient ihr treu und ergeben. Die letzten Jahre hat der Witwer zumeist im Krieg am Westpass verbracht, doch nun scheint seine Herrin ihn zurück nach Rathelsbeck gerufen zu haben. Der Edelmann ist dort wieder häufiger zu sehen. Hier bemüht er sich um Verständnis für die ungewohnt neuen Vorgänge in der Grafschaft und steuert seine große Erfahrung bei, erinnert sich Friedhold doch noch zu gut an die alten Zeiten unter Herbert dem Schrecklichen.

Ritter Harne Melph von der Linde dient als ehrenhafter Krieger der Garde Agathes von Rathelsbeck in erster Linie dem Schutz des diplomatischen Trupps (und vor allem Agathes) vor Unbill in Form von Räubern, frechen Bauern oder zu hohen Rechnungen. Der aus Melphengrund in Herothien stammende Kempe zeichnet sich durch ungestüme Tapferkeit im Kampf und ungezügelte Trinkfestigkeit aus, auch weiß er Laute und Stimme geschickt einzusetzen. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich Harne todesmutig in eine grosse Schlacht stürzte und dabei Agathe und Salina in der ... Obhut des Gelehrten Theoretikons zurücklies.
Holmer von der Hornburg steht als Knappe im Dienste des Ritters Harne. Er stammt ursprünglich aus den Schildreichen, einem fernen Land und absolvierte dort schon eine Ausbildung zum Knappen. Da ihm als Zweitgeborener in seinem Land der Ritterschlag nicht vergönnt war, zog er mit seinem Erbteil (Schwert, Rüstung und dem Nachweis seines adeligen Stammbaums) aus, um sich diesen zu verdienen und fern seines Familiensitzes neue Freunde und möglicherweise sogar eine neue Heimat zu finden. Diese Heimat fand er in Stauchen wo er sich erhofft, durch eine zweite Knappenschaft, als erster Ausländer einen stauchischen Ritterschlag zu erhalten.
Rehtswin (gesprochen „Rechtswinn“) zu Rothwald ist der jüngste Sohn Kingrins' zu Rothwald und Rothburg, dessen Ländereien an Rathelsbeck, das Ringgebirge und im Norden an den Clannthin grenzen.
Als er sich nach Erbstreitigkeiten mit seinem Vater überwarf musste er das Lehen verlassen und zog als Ritter ohne Land und Leute durch Stauchen. Am Hof von Gräfin Agathe von Rathelsbeck fand er schließlich warmherzige Aufnahme und Verständnis. Innerhalb kürzester Zeit wurde er der Trabant (Leibwächter) der Gräfin und weicht ihr, wenn seine Aufträge nicht anders lauten, nicht von der Seite. Inzwischen ist er mit Leib und Seele Rathelsbecker und seine Treue gegenüber seiner Gräfin ist unumstößlich. Nur manchmal noch schaut er wehmütig von den Zinnen der Burg Rathelsbeck in Richtung Nordwesten wo in weiter Ferne Burg Rothwald liegt, sein Erbe.
Im Jahr 611 n. SR. wurde ihm seitens der Gräfin gestattet, um die Hand ihrer Cousine, Baronin Tithiana von Hohensieg zu freien.
Kendrick Gegenwind, magischer Berater der gräflichen Hoheit Agathe II. v. Rathelsbeck.
Als Flüchtling aus Estradam bereiste der zurückhaltende Magier die Stauchischen Landen. Hier setze er sich insbesondere für weitere Flüchtlinge aus seiner Heimatinsel Dria ein, die in Stauchen ein neues Zuhause fanden. Im Jahr 611 n.SR kam er in den Dienst des Freiherren von Veldendt bis die Gräfin erkannte, dass seine Fähigkeiten dort nicht sinnvoll eingesetzt wurden und ihn nach Rathelsbeck holte. Seitdem berät er das hohe Haus.
Der grimmig dreinschauende und introvertiert scheinende Anselm aus Engonien wurde in 610 n.S.R. durch Gräfin Agathe II. von Rathelsbeck zum Magister ernannt. Seit etwa diesem Zeitpunkt ist er des öfteren in Rathelsbeck zu sehen und berät Agathe in den Belangen der Grafschaft. Er selbst bezeichnet sich als Gelehrter, nach Kämpfen und bei Vergiftungen werden immer wieder Rufe nach Anselm laut da er sich auf die Heilkunst versteht. Dies würde er aber nicht zugeben da das Arbeit bedeutet, die andere viel lieber machen.

Der begnadete und ehrbare Aldyn Caruzo, hellster aller Sterne am weiten Seefahrerhimmel, stammt von der wunderschönen Perlenküste des ehemaligen Königreiches Breskalat. Einen prahlerischen Aufschneider und Betrüger nennen ihn seine Neider, einen charmanten Händler und überaus ehrlichen Weggefährten seine Freunde … und er sich selbst natürlich. Die Wahrheit wird wohl irgendwo zwischen diesen Ansichten in der Nähe von klingenden Münzen zu finden sein.
Sein Hang zur Bescheidenheit jedenfalls ging bereits vor langer Zeit über Bord.
Nach unzähligen Abenteuern mit seinen langjährigen Gefährten Brian der Fries und Herrn Lafayette verschlugen Wind, Wellen und die Aussicht auf gute Geschäfte Aldyn Caruzo nach Rathelsbeck, wo ihm die Ehre zu teil wurde, zum Aldermann des Handelskontors der Grafen zu Rathelsbeck in Neu-Freystadt ernannt zu werden. Wollen wir hoffen, dass die Grafen weise gehandelt haben …

Lafayette, Großkaufmann und Handelsbevollmächtigten der Grafschaft Rathelsbeck handelt mit allen möglichen und unmöglichen Dingen, die in Stauchen seit kurzem reißenden Absatz finden.
Vielgereist weiß er so manch spannende - auch kuriose - Geschichte aus dem Ausland zum besten zu geben. Doch diese unterhält nur den Zuhörer aufs beste, der Lafayettes zurückhaltende Natur zu nehmen weiß und den rechten Augenblick abwarten kann.
Heinrich, der helle Barde, mühte sich lange Jahre um Anerkennung und Zuspruch an Höfen und in Tavernen. Immer nahe der Grenze der Unweisheit - auch in Bezug auf das Retten der eigenen Haut - dümpelte er Jahrzehnte im Schatten rühmlicher Redner und bestechender Barden, bis ihn auf dem Lichterfest 610 n.SR. die Muse mehr als küsste (und die Mägde und weiblichen wie männlichen Gäste des Festes) und er den Ehrensang auf "Uli" Ulrich, Frater eines Rathelsbecker Klosters und einstiger Graf von Lichtenfels, dichtete und sang. Auch seine weiteren poetischen und lyrischen Ergüsse werden seither mit wachem Auge und vollem Geldbeutel beäugt und belohnt. Nur im Ausland - so hört man - hat sein Versuch "Ehrlichkeit und Tugend auch über die Stauchischen Grenzen hinaus zu leben und zu verbreiten" eher zu einer gegenteiligen Reaktion geführt. Alles in allem ist jedoch noch viel zu erwarten vom blonden Heinrich.
Umberto Maria di Galvani wurde als Sohn eines Schauspielers und einer Kräuterhexe in einem überdachten Leiterwagen in der Nähe von Khetanin in Schemurien geboren. Schon als Kind übernahm er den atheistischen Glauben seiner Mutter. Nach einer fluchtartig abgebrochenen Alchimistenlehre beschloss er, etwas Vernünftiges zu lernen und trat in die Compagnie seines Vetters Cassio di Galvani, der stets wie ein Bruder zu ihm war, und dessen Brüdern und Schwestern (also seinen Cousins), ein und in Rulos, Etraklin und Schemurien auf. Nach dem vorläufigen Ende der di-Galvani-Comapgnie tingelte Umberto ein paar Jahre durch die Lande, bis er in einer schummrigen Taverne von Brian de Fries nach Stauchen eingeladen wurde. Dort zeigte er sein Stück "Der Thron von Caramossa", wobei Cassio, Cirnea, Heinrich, zwei T'Ailun sowie er selbst mitspielten, aber niemand beschädigt wurde. Aus diesem Grund wurde er von Gräfin Agathe gebeten, am Aufbau des Rathelsbecker Theaters mitzuwirken, was er, obwohl er körperliche Arbeit scheut, annahm. Umberto leidet an unregelmäßigen Trochäen. Andererseits wird seit langem eine Nähe zu Anapästen nachgesagt. Da fragt man sich, wo das hinfüren soll.

Thadeus Walburg, Bibliothecarius zu Rathelsbeck
Jakob, Bibliothecarius zu Rathelsbeck

Viviane, Zofe der Baronin Agathe von Rahtelsbeck und Halbschwester des Freiherren Risto Taurian zu Wulfnoth, versteht sich auf die Pflege und Umsorgung ihrer Herrin sehr wohl und hat sich jener auch mit Stimme und Können verschrieben. Seit ihr Halbbruder Risto Taurian zu Wulfnoth in den Auseinandersetzungen mit den Orken am Westpass verschollen ist, muss sie sich jedoch - sehr zum Leidwesen ihrer Gräfin - des öfteren der Freiherrenschaft Wulfnoth in Galothien annehmen. Sie selbst bedauert ihre Abwesenheit sehr, liegen ihr - so sagt sie selbst - die Geschäfte der Verwaltung zu wenig, als dass sie sich darin wohl fühlt.
Und nicht zuletzt sei der glorreiche Odo, Küchenchef in Rathelsbeck, genannt, dessen Ruhm in der Kochkunst schon weit und lange über die Stauchischen Grenzen reicht. Mittlerweile bedauert Gräfin Agathe II. von Rathelsbeck, dass sie den einstigen Landmann und langjährigen Küchenchef immer häufiger an fremde Höfe ausleihen muss, um ihren einst gemachten Angeboten im In- und Ausland gerecht zu bleiben...

Seit Agathes Hochzeit mit Herbert sah man Freifrau Salina, seit sechs Jahren bis zur Herbstturney 608 n.SR. zu Farnwald, an Agathes Seite. Trug sie zunächst noch die bunten Gewänder ihrer Bardenzunft, hatte sie diese, nachdem sie durch die Zofenschule der Baronin gegangen ist, abgelegt, um ihre Herrin in jeder Situation angemessen zur Seite zu stehen. Als Zofe oft durch diverse Neugierigkeiten und ... Instinkte nur mager ihren Diensten nachkommend, konnte sich Agathe ihr jedoch in allen Dingen anvertrauen und nutzte ihre Unterstützung v.a. auf beratender Ebene. Und auch wenn über ihre Herkunft und ihr Tun einige wilde Gerüchte umherirren, die ihr auch die Aufmerksam und einige Vorladungen der Inquisition sicherten, – so soll sie sich in Kräuter- und Liebesdingen wohl ausgekannt und tiefe Einblicke in das Gerücht um sechs statt zwei Faucher gehabt haben - konnte sich Agathe ihrer Loyalität stets sicher sein. So ist es dieses tiefe Vertrauen, das den Verlust Salinas Ende April 610 n.SR. für Agathe so schmerzlich macht. Gerüchten zufolge hatte man die Berüchtigte der Hexerei für schuldig befunden und sie in einem Kloster in Welfengrund befragt - so intensiv, dass sie jener Befragung schließlich erlag. Die Zeit wird zeigen, ob Agathe ihren durch die Inquisition provozierten Tod hinnimmt ...

Freifrau Isaboe von Wolfenminster verstarb im Jahre 611 n.SR. im Ausland.