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Staucherhymne
(nach "Die Gedanken sind frei")

Die Staucher sind frei, wer will sie versklaven,
den haut es entzwei mit fauchendem Atem.
Wer schlägt sie in Ketten,
der kann sich nicht retten!
Die Faucher dabei - ja, die Staucher sind frei!

Den Stauchern geht es gut dank Swanhilds Vermächtnis.
Sie gab ihnen Mut und zeigte, was Recht ist.
In ihrem Gedenken,
wird Witz und Kraft lenken,
das edele Blut - ja den Stauchern geht's gut!

Jeder Staucher heute weiß, das Herz ist die Stärke.
So Baldwin ist gereist und Reginsfar zehrte
Der Bruder gefallen,
Sah Feuerszorn wallen,
schützt Swanhild im Eis - wie jeder Staucher heut' weiß.

Die Faucher steh'n uns bei seit ewigen Zeiten
Und ewig es sei wo Mann und Frau reiten
Bei Feuer und Kälte,
Die Swanhild einst wählte,
O Furwin, verzeih' - deine Kinder steh'n uns bei!

Nun öffnet das Tor weit über's Gebirge!
Kein Riegel davor mit stauchischer Zierde
Lasst ein nun die Gäste,
verkohlt nur die Reste!
Wir singen im Chor -Faucher, öffnet das Tor!

Die Staucherhymne geht auf eine alte Weise aus Tobrinthien zurück, die das Unglück der Faucherkriege besang. Der anonyme Dichter der heutigen Hymne hielt es für angebracht, so teilt er seinen Lesern in einer Notiz in der 'Rathelbecker Liederhandschrift' mit, das Loblied des neu erwachten Stauchens in die Melodie des Trauergesangs zu kleiden. Die letzte Strophe fügte Almuth Gutgesang, der Hofsänger von Tabronith, vor zwei Jahren hinzu, nachdem Agathe II. von Rathelbeck von ihrer ersten Auslandsmission zurückkkam.


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Lied des Volkes

(nach "Ich bin Holzfäller" von MP)

Ich bin Staucher und ich fühl mich gut, am Tag packt mich die Arbeitswut.
Er ist Staucher und er fühlt sich gut, am Tag packt ihn die Arbeitswut.

Ich ess mein Brot, ich melk die Kuh, ich geh auf den Abort.
Und manchmal, wenn ich voll bin, dann bleibe ich gleich dort.
Er ist sein Bort, er melkt die Kuh, und geht auf den Abort.
Und manchmal, wenn er voll ist, dann bleibt er gleich auch dort.

Ich bin Staucher und ich weiß warum. Ist's Land auch klein, bin ich nicht dumm.
Er ist ...

Ich schlag das Holz, ich tret den Stein, wenn ich mal wandern geh.
Und manchmal geh ich schwimmen und kühle mir den Zeh.
Er ...

Ich bin Staucher und ich fühl mich stark und morgens les ich mein Futhark.
Er ist ...

Ich pflück die Kirsch, geh auf die Pirsch und schieß mir einen Hirsch,
dann kommt der Vogt und haut mir, solange bis es knirscht.
Er ...

Ich trinke Milch, Wein oder Bier, getrennt oder zugleich,
doch letztres macht die Birne zuweilen etwas weich.
Er ...

Ich bin Staucher und ich fühl mich fein, ich hab 2 Arm und auch 2 Bein.
Er ist...

Ich wasch die Füß, ich putz die Zähn und schrubb mir das Gesicht.
Ich bin ein sauber Kerlchen und nicht so'n schmutzger Wicht.
Er ...

Ich bin Staucher und besing mein Land, hat Baum Strauch, Fels und etwas Sand.
Er ist ...

Ist's draußen kalt, mach ich's mir heiß mit einer Tasse Kohl.
Und dann im warmen Bettchen wird's mir und Minna wohl.
Ist's ...

Ich, der Staucher, lebe ohne Frust und nachts verspür ich Lendenlust.
Er, der ...

So ist's am Tag und in der Nacht bis Bauch und Rücken schmerzt,
und meiner üpp'gen Minna, der hüpft dann ganz das Herz !
So ist's ...

Ich bin Staucher, leb in Saus und Braus, mir geht niemals die Puste aus.
Er ist ...

Ich laufe viel und reite schnell und kenne jeden Strauch
Und all die hübschen Mägde, die kenn' dies alles auch
Er läuft sehr viel ...

Ich als Staucher rede keinen Quark. Von Eile krieg ich Herzinfarkt.
Er als ...

Drumm lieb ich Ruh und Stille auch, rauch Tabak auf dem Klo.
Danach nutz ich die Bildung als Kissen für mein Po.
Drumm liebt er ...

Ich bin Staucher wohl zu jeder Zeit, doch nachts packt mich die Müdigkeit.
Er ist ...

Dieses Volkslied hat der Strophen so viele, dass es Jahrzehnte brauchen würde, sie alle zusammenzutragen, was für die Beliebtheit dieses Sangesguts spricht. So vergeht kaum eine Nacht in der Gaststube des einfachen Volkes, in der es nicht - lang oder kurz - mit vielen Stimmen vorgetragen wird.

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Staucherlied

 

Grünere Hügel und holdere Fraun
Ja unsere Heimat ist schön anzuschaun
Schönere Weisen, das können wir schwörn
Weisere Lyrik ist bei uns zu hörn

Lass die Lichtung links liegen
Nimm den Pfad rechter Hand
Denn du bist auf dem Holzweg
ins Stauchener Land

Wir haben tapferere Rittersleut
Als unser Feind, der den Kampf mit uns scheut
Schwerere Schwerter in stärkerer Hand
Bringen den Segen auch ins Nachbarland

Lass die Lichtung links liegen ...

Bei uns zu Haus herrscht ein rauherer Ton
Das dicke Fell dafür haben wir schon
Bei uns sind sauberere Bürgersteig
Als die woanders, von denen ich schweig.

Lass die Lichtung links liegen ...

Potente Lenden erfüllen jeden Traum
Weibergejauchze erklinget im Raum
Fettere Euter an bunteren Kühn
Weißere Milch ist der Dank für die Mühn

Lass die Lichtung links liegen ...

Edlerer Adel und blaueres Blut
Ärmeres Volk, aber allen gehts gut
Hört, was wir singen, denn alles ist wahr!
Wer das nicht glaubt von euch, der ist ein Narr.

Lass die Lichtung links liegen ...


Das Staucherlied ist, wie die Staucherhymne, schon seit vielen Jahren im Stauchischen Liedgut vorhanden und damit unterliegt der Text vielen Veränderungen. Interessant ist, dass gerade dieses Staucherlied im Ausland die meiste Verbreitung findet. Die hier niedergeschriebene Strophenform entspricht der tobrintischen Variante. Es geht jedoch das Gerücht, dass die letzte Strophe erst in jüngster Zeit von einem Gaukler hinzugedichtet wurde, der einem tobrintischen Adelshaus sehr nahe stehen soll.

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Loblied auf Ulrich von Lichtenfels

Heinrich der Helle Barde

(auf die Melodie von »Kommt ein Häschen gesprungen ...«)

Wenn Du den kühnsten aller Ritter schon für einen Held hältst
Sag ich Dir: dann kennst Du noch nicht Ulrich von Lichtenfels

Während der rythmischen Akkordfortführung des instrumentalen Kehrverses kann sich der Zuhörer, je nach Stimmung des Publikums und Gespür des tonangebenden Barden, durch ein erst geflüstertes, in den weiteren Strophen durch ein bis zur Ekstase anschwellendes, gegröhltes »Uli-uli-uli-uli-uli-uli« in den Vortrag einbringen.

Wurde Dir vor einem starken gegner schon mal mulmig,
Stand‘ st Du sicher noch nich vis-a-vis vor unser‘m Ulrich ...

Er macht in jeder Hinsicht jedem Ritter hier etwas vor
Als ein guter Gastgeber und auch als Inquisitor ...

Wie auch immer Du‘s mit Deinem Glauben an die Zwei hältst,
halt Dich an die Worte von dem Ulrich von Lichtenfels ...

Herr der größten Orkbastion mit ehemals sechs Toren,
hat die Tore zwar, doch niemals einen Kampf verloren ...

Ich erklär‘ vor aller Ohren jedermannn für schuldig,
der nie Gast war in Burg Lichtenfels von unser‘m Ulrich ...

Wenn es dämmert lädt er alle ein zum Abendessen.
Was danach kommt sollten wir genießen und vergessen ...

Was immer wir hier tun, wir stehen tief in seiner Unschuld,
Dafür zollt ihm jeder Gast hier Ehrerbietung und Huld ...

Uli erntet, was er sät, die Aura der Sympathie.
Und für alle Edlen wäre er ‚be gute Partie ... ‚ ne gute Party ...

Fast hätt‘ ich vergessen, einen Vers von mir zu singen,
Heinerich der Helle Barde schreibt vor allen Dingen,
Über Heldentaten, auch wenn sie dem Held misslingen.
Wollt Ihr auch ein Held sein?! – Na, dann lasst mal einen springen
lass die Münzen klingen ... dann werd‘ ich für Euch singen ...
 

 

 


Der Plan ist aufgegangen

Heinrich der Helle Barde

(auf die Melodie von »Der Mond ist aufgegangen...«)

 

Der Plan ist aufgegangen. Die Elfen sind gefangen
im Netz der Politik
Es geht wohl kaum mehr schlimmer, sie finden nie und nimmer
in ihren Zauberwald zurück.

Die stolzen Elfenkinder, sind eitel arme Sünder
und halten sich für klug. 
Sie woll‘n den Mensch belehren und sich so gern vermehren,
es gibt von ihnen nicht genug.

Wer möcht die Wesen missen, die alles besser wissen,
was wahr ist und geschieht; 
Die schneller mit den Klingen sind und noch besser singen
würden dieses schnöde Lied.

Siehst Du den Elf dort stehen, er ist nur halb zu sehen.
Du siehst ihm ins Gesicht
und kannst den Schluss ableiten: Ein Elf, der hat zwei Seiten
und eine davon siehst Du nicht.

Die Elfen sind von Haus aus betagt der Mensch sieht alt aus –
lässt Elfen keine Ruh.
Er redet unverfroren, der Elf spitzt seine Ohren
und hört dem Mensch geduldig zu. 

...

Ein Vers in eig’ner Sache: was ich für Geld so mache,
klingt wie ein Ohrenschmaus.
Ich nenn Euch meinen Namen, den monetären Rahmen,
und ihr stellt mir den Schuldschein aus.

Ich sag’s an dieser Stelle: Ich heiß Heinrich, der Helle
Barde und Poet.
Ich schreib gegen Bezahlung Paarreime gegen Halun -
ken  und auch ein Lobgebet.

Ich dichte für Entlohnung Schmähung ohne Schonung
des Stands und Leuemunds.
Ich stoße gern mit Worten und Liedern allerorten
an und mich auch gern gesund. ...

Ein Elf erzählt mit Pausen, so lang wie man bis tausend
zählen kann und dann
nochmal von eins beginnen; kann keiner sich entsinnnen,
wie einst sein kluger Satz begann.

Die Menschen sind nicht besser, sie sind wie volle Fässer
und nehmen nichts mehr an,
sie wechseln viele Worte von piano bis forte
und hör‘n gern ihrer Stimme Klang.

Wir Menschen seh‘n uns siegen, auch wenn wir uns betrügen -
ein jeder wie er kann
Mit wem wir auch verhandeln, wir wollen ihn verwandeln
in einen treuen Lehensmann.

Es ist kaum zu ertragen; der Streit schlägt auf den Magen,
er dreht sich einem um.
Der Elf hält sich für klüger, der Mensch nennt ihn: ein Lügner.
Es scheint, als seien beide dumm.

Bei diesem Kampf der Krieger, da gibt es keinen Sieger,
nie endet diese Schlacht.
Drum bündelt Eure Stärken, dann werdet ihr schnell merken:
zusammen habt Ihr alle Macht.

So setzt Euch denn ihr Brüder, nebeneinander nieder
und singt und tanzt und lacht.
Vergesst vergang‘ne Schmerzen, der Letzte löscht die Kerzen.
Ich wünsch‘ Euch eine gute Nacht.



 


 


Kauf bei Ronwen up Hedwin 

Heinrich der Helle Barde

(auf die Melodie von »Kommt ein Häschen gesprungen ...«)

Heinrich, der Helle Barde (Auftragsarbeit zu kaufmännischen Zwecken: Musikalische Abverkaufshilfe für die Händlerin Ronwen up Hedwin). Refrain hat die Melodie von »Kommt ein Häschen gespungen«, Strophen werden im 3/4-Takt weiter gesungen

 

 

 

 


Wenn Dich vom Scheitel bis Po was zwickt, bist Du bei der Minne nicht geschickt. 
Fehlt Dir auch schon mal ein Gunstbeweis, riecht man im Kampf Deinen Achselschweiß.
Fragst Du Dich: wie kommt der Fisch zum Stein? Passt Du nicht mehr in Dein Wams hinein?
Fühlst Du Dich in Deiner Haut nicht wohl?  Aufgebläht oder von innen hohl?

 

 

 

 

 

 

Kauf bei Ronwen up Hedwin, die hat alles dabei
von der Jubelkamelle über das Drachenei
hin zu Denksportaufgaben über den Blumenstrauß
per- und diverse Sachen – ja, das alles muss raus!

Packst Du Dinge nicht richtig an? Steht er den immer noch seinen Mann? Suchst Du für ihn einen Kinderschutz? Merkst Du, er wurde schon mal benutzt? Suchst Du den einfachen Zeitvertreib? Oder den höheren Wert, der bleibt? Suchst Du ein faires Verkaufsgenie? Find‘st Du es bei ihr mit Garantie!
Kauf bei Ronwen up Hedwin ...
Präsentschatullen in Stauchen-Form (er)höhen den Wert des geschenks enorm, Darf es ein Armreif mit Zauber sein? Sie sagt, die Wirkung tritt immer ein. Werft den Jubelball über die Leut‘ und jeder kann se‘hn, dass Ihr Euch freut. Bad-Elexier sind aromareich! Ihr mögt‘s  – doch ist es den Elfen gleich.
Kauf bei Ronwen up Hedwin ...
Habt Ihr beim falschen Poet bestellt? Zahlt Ihr für Verse viel Fersengeld?
Reicht Dir schon ein schlechter Knüppelreim? Gehst einem Schein-Barden auf den Leim? Misstöne gehen nach hinten los! Die Schande für Dich ist riesengroß!
Leg Dein Geld Geld besser beim Barden an, der Dir hilft, dass man Dich mögen kann!

Frag bei Ronwed up Hedwin, wem sie dabei vertraut,
Wer noch weiß, was sich reimet und den Vers nicht versaut.    
Es ist Heinrich, der Helle und der gute Klip Klap.
Deshalb kriegt, der bei der Gage auch ein klein‘ wenig ab.    
Das Vertrauen entäusch‘ ich nicht, dass ich genieß‘,
Euer LOblied kauft bei mir, dann wird‘s so gut wie dies!


 

 

 

 

 

Nö, nö, nö, nö  ...


Shalala, Melodie Frederik Vahle

 

 

(D)
Wer will denn heut noch nach Dahijor,
                                   (A)
wo man sich so oft den Arsch abfror?
(D)                                                (G)                                     (D)   (G)  (A) (D)
Wenn man dann fragt::Kommt das noch mal vor? Sag’ n die:     nö .. nö ... nö...
                                      (D)   (G)  (A) (D)
                                    nö .. nö ... nö...

Gastfreundschaft läuft hier mehr schlecht als recht,
ruft mal der durstige Gast den Knecht,
Aufmüpfig, dumm, faul und selbstgerecht sagt der : nö .. nö ... nö...

Das Brunnenwasser – das ist doch klar –
war wohl vergiftet im letzten Jahr.
Wenn man dann fragt: Ist das wirklich wahr?! Sag’n die: nö .. nö ... nö...

Die Brüder mit Namen Malabeé,
der Name tut in den Ohren weh.
Wenn ich frag, ob ich sie wiederseh, sag’n die: nö .. nö ... nö...

»Ehrwürdig« wird ein Frau genannt,
an der hat sich mancher Held verbrannt.
Fragt man den Vogt:Ist sie Euch bekannt? Sagt der: nö .. nö ... nö...

Wer glaubt dem neuen Vogt noch ein Wort?
Er trieb die Staucher mit Lügen fort.
Wenn man fragt:Ist das nicht Leumundmord? Sagt der: nö .. nö ... nö...

»Spaß und Gesang« das verspricht man hier,
Weiber und Spanferkel, Wein und Bier.
Wenn man sagt:Ja! Bitte gebt es mir! Sag’n die: nö .. nö ... nö...

Tote und auch deren Wiederkehr,
sucht man zu leugnen, doch das ist schwer.
Und wer fragt: Ist das Grab dort nicht leer? Hört ein: nö .. nö ... nö...

Monster und Räuber regiern’ den Wald,
machen auch nicht mal vorm Adel halt.
Wer dann sagt:Hier werden Räuber alt! Hört ein: nö .. nö ... nö...

Meuchler und Hexe und Grubenfloh,
Unordnung wie auf dem Ogerkloh.
Wenn man dann fragt:Ist das immer so? Kommt ein: nö .. nö ... nö...

Wenn man mich fragt, was mich hier noch hält,
Trotz der Gefahr aus der Unterwelt,
Ob es mir nicht deshalb grad gefällt? Sag ich: ja ... ja ... ja ...


Die niedere Minne

(Melodie: „Es klappert die Mühle“)

Es ritt einst ein Ritter wohl über den Bach
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Sein Auge war tapfer, sein Schwert das war hart
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Und dort an der Linde am rauschenden Tann
Sah ihn ein fein Mägdlein von unten wohl an
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP - Hey, ja!
Herr Ritter, was macht Ihr denn da ?!

Der Ritter, der nahm seinen Helmet vom Kopf
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Das Mägdlein berührte verlegen den Zopf
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Und als er vom Pferd stieg und neben Ihr kniet
Da lächelt sie schüchtern und trällert ein Lied
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP - Hey, ja !
Herr Ritter, was macht Ihr denn da ?!

Der hohe Herr sprach sie mit tiefem Bass an
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Und löste das Haar ihr und was man so kann
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Das Mägdlein neigt lächelnd das süße Gesicht
„Herr Ritter, Herr Ritter, nein, das tut man nicht!“
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP - Hey, ja !
Herr Ritter, was macht ihr denn da ?!

Der Tag schnell verging und das Mondlicht kam auf
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Der Ritter saß wieder auf seinem Pferd auf
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP
Das Mägdelein richtet sich lächelnd das Haar
Und flötet ganz zärtlich: „Bis bald denn, mein Herr.“
KLIPPKLAPP KLIPPKLAPP - Hey, ja !
Die Linde nichts Schön’res je sah.

Das kleine, aber feine Volksliedchen gibt es schon seit es in Stauchen die ersten Ritter gibt. Ursprünglich derbes Volksgut wurde es erst vor wenigen Jahren nach Prinzipien des höfischen Liedkanons bereinigt. Salina, die Beraterin der Baronin von Rathelsbeck, die selbst einst als Bardin bei Varianten des Liedes vortrug, schrieb diese Variante als kleine Anekdote zur niederen Minne - höfische Erotik, die die Damen erröten und die Herren am Hofe schmunzeln lässt.

 


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Steinmars Tagelied

(Melodie: „Bauernhochzeit“; Text frei übersetzt nach Steinmars Tagelied)

Ein Knecht, der lag verborgen,
bei einer Magd er schlief,
bis in den hellen Morgen als Hahn und Hirte rief,
bis in den hellen Morgen als Hahn und Hirte rief.

„Wohl auf, lass aus die Herde!“
erschallte Hirtens Schrei,
erschrekcte Knecht und Mädel, die Nacht war nun vorbei,
erschreckte Knecht und Mädel, die Nacht war nun vorbei.

Das Stroh, das musst er räumen
Und von der Liebsten fahrn
Er traut sich nicht, zu bleiben, nahms Mägdlein in den Arm.
Er traut sich nicht, zu bleiben, nahms Mägdlein in den Arm.

Das Heu, das ihn bedeckte,
stob auf zum lichten Tag.
So Hirt und Heu sie weckten, wies Liebsten Hand, so zart.
So Hirt und Heu sie weckten, wies Liebsten Hand, so zart.

Darüber musst sie lachen
wie helles Glockenspiel.
Vergnügt am frühen Morgen mehr Heu zur Decke fiel.
Vergnügt am frühen Morgen mehr Heu zur Decke fiel.

Und als am nächsten Tage
der Hirte wieder rief,
lieb Magd und Knechtlein lagen und schliefen fest und tief,
lieb Magd und Knechtlein lagen und schliefen fest und tief.

Dieses sehr alte, aber immer wieder gern gehörte und gesungene Tagelied ist nur in einer einzigen handschriftlichen Liedersammlung der Hochburgschen Stiftbibliothek zu finden, wo es neben einer fragmentarisch erhaltenen Form des Staucherliedes am meisten bebildert ist. Die Miniaturen dieser Liedseite sind jedoch so frivol, behauptet der Bibliothekar Garnet Flink vom bunten Hof zu Hochtal jedenfalls, dass er die Seite kurzerhand aus der Liederschrift entfernte und in die Zensurschatulle gelegt hat, die eines der meist- und bestgehütetsten Geheimnisse in Hochburg ist. Der hier niedergeschriebene Text ist frei nach gauklerischem Vortrag wiedergegeben und beantsprucht keine definitive Übereinstimmung mit dem Originalmanuskript.

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Slafest du, vriedel ziere?

 

(Melodie:“In dem Schneegebirge“; Text nach Dietmar von Aist)

„Schläfst du, mein schöner Liebster?
Man weckt uns leider bald.
Ein hübscher kleiner Vogel,
ein hübscher kleiner Vogel
singt an der Linden Wald.

„Ich war gar sanft entschlafen,
als du, Kind, mich riefst.
Lieb ohne Leid gibt’s nimmer.
Befiehle mir, was immer,
mein liebste Frau, ich tus.“

Die Dame weinte leise:
„Dich riefs zu einem andern Ort.
Wann wirst du wiederkommen?
Wirst zu mir wiederkommen?
Du nimmst mein Glück mir fort.“

Das traurige Liedchen ist das Zeugnis einer heimlichen Liebschaft zwischen einer hohen Dame und einem Rittersmann. Liebe verbindet das junge Paar, aber nicht das Eherecht, so dass beim Warnruf des Wächters, meist eines Freundes des Ritters, zum Morgengrauen das zarte Glück der Nacht beendet ist. Der am Hofe Sirinhildes III. begünstigte Dichter Dietmar von Aist schrieb die Zeilen, die Melodie dichteten die Liedersänger der Gegenwart. Noch immer schluchzen die Damen des Hofes, wenn das höfische Tagelied bei Lautenschlag und Flötenweinen erklingt. So findet man es in jüngeren Liedsammlungen und Gedichtblättern schon seit dem Tag seiner Entstehung.

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Lieder aus der Wanderschaft

Die nun folgenden Lieder brachte das Gefolge der Baronin Agathe II. von Rathelsbeck aus dem Ausland mit nach Stauchen. Als Quellen für Abenteuer aus den Ländern hinter dem Ringgebirge erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit beim Volk, so dass beinahe jeder Barde wenigstens eines der Lieder im Gepäck hat, wagt er sich vor Volk oder Hof.

Lysiralied

 

Über Lysira wußte man eigentlich nichts, weder wer sie war - ja, doch: eine Bardin - oder wie man an eine Einladung zu ihrem Fest gekommen ist - oder sie an ihre Gäste - und warum. Doch dort, wohin sie eingeladen hatte, erfuhr man vieles und doch nicht alles, und so will man hier von Allem und Vielem erzählen - nach Bardenart serviert: ein Menü der Gerüchte und Geschichten ...

Hört zu, hört zu - es gab ein Mahl
Hört zu, hört zu - wie jedes Jahr.
Greift zu, greift zu - ob euch das schmeckt:
In aller Frühe aufgeweckt.

Von Rauch und Feuer, Spinnennetz
Früh morgens aus dem Bett gehetzt.
Von Geistern wurde aufgetischt,
Die gestern noch waren warm und frisch.

Hört zu, hört zu, vor 50 Jahren
Zwist und Gier am Werke waren.
Er webte ein Netz aus Zauber und Trug.
Der Magus ihr ewige Treue vorlog.

Er lebt sich an ihren vielen Gaben
Und wollte noch mehr: ihre Stimme haben.
Und das Ergebnis dieses Reigens:
Vor ihrer Kammer - die Mauer des Schweigens.

Lysira - Ly - si - ra - Lysi
Ra -Lysira - Ly- sira - ly
Sira - Lysira - Ly -si -ra
Was war gelogen - was war wahr ?

Es kann auch ganz anders gewesen sein:
Es schlich sich ein dunkler Fremder ein
Keiner weiß, so sagt ein Gerücht,
Um seinen Namen und sein Gesicht.

Hört zu, hört zu, Sie traf ihn im Wald,
Sein Blick versprach Feuer, seine Absicht war kalt.
Er sperrte sie ein hinter Mauern aus Stein.
Dort mußte sie ewig gefangen sein.

Vielleicht aber wählte sie selbst es so.
Sang ihm ein Lied, dass die Gier entfloh,
Doch dachte sie nicht an seine Natur.
Der Zweifel, der siegte, in ihm - nicht nur.

Lysira - Ly - si - ra - Lysi ...

Hört zu, hört zu, so ist es gewiss:
Die Bardin ersann eine Bardenlist.
Als im Feuer Haus und Hof verschied,
Da sang sie ein schützendes Bardenlied.

So lebt sie nicht hier, nicht nah, nicht weit,
Ist reuendes Opfer in Raum und Zeit.
Tat sie einen Fehler oder nicht ?
Sieht sie ihre Schuld oder hat sie sie nicht?

Lysira - Ly - si - ra - Lysi ...

Gerüchte gibt es noch und noch.
Es arbeitet schwer: der Gerüchtekoch.
Ob lang durchdacht oder auf die Schnelle,
Verteilt er Gerüchte mit seiner Kelle.

Lysira - Ly - si - ra - Lysi ...

So sangen und spielten es Shalalah und seine Gefährten.

 


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Gries und Gram

(Melodie: „Zogen einst fünf wilde Schwäne“)

Zogen einst zwei dunkle Herren, Gries und Gram zur Burg hinauf.
Sahen Kleider, bunt und leuchtend, luken aus Brugfenster raus.
Sing, Sing, was geschah, keiner wurd je gesehen, ja.
Sing, Sing, was geschah, keiner wurd je gesehn.

Zogen ein mit ernster Miene. Stille wurds im Rittersaal.
Keine Glöckchen und kein Lachen, Atmen wurde gar zur Qual.
Sing, Sing, was geschah, keiner hob an die Stimme, ja.
Sing, Sing, was geschah, keiner hob seine Stimm.

Suchend Spott und Spaß aufdecken, quälten sie das Gaukelvolk.
Lauschten, rochen jede Ecke, Maus und Mann und Frauen auch.
Sing, Sing, was geschah, alles ward stumm vor Angst, ja.
Sing, Sing, was geschah, alles ward stumm vor Angst.

Plötzlich brausten Urgewalten. Weiber machten mutig Front.
Männer starrten ganz verdottert, wie so was von soviel kommt.
Sing, Sing, was geschah, alles ward fahl vor Grauen, ja.
Sing, Sing, was geschah, alles ward fahl vor Graun.

Im Tumult von tausend Händen stürzten, rauften, fielen hin
Gries und Gram, gedrängt an Wänden, steckten - ach - in Messern drinn!
Sing, Sing, was geschah, keiner hats je gesehen, ja.
Sing, Sing, was geschah, keiner hat was gesehn.

Zogen einst viel lustge Barden, Gaukler, Narren, Ritter auch,
wo einst grüne Hügel waren, blieben Gries und Gram verstaut.
Sing, Sing, was geschah, keiner hats je verraten, ja.
Sing, Sing, was geschah, keiner hats je erzählt.

(Aufgeschrieben von Salina, nach anonymen Erzählerberichten, die Burg Veldenz verließen.)

 

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Der Brunnenschacht

(Melodie: „The Ballad of Sawney Bean“)

Kennst du Veldenz‘ Brunnenschacht?
So schwarz, so tief, so weit.
Betritt die Burg nie in der Nacht,
bist sonst dem Tod geweiht.

Einst gab es Lachen dort im Saal,
und buntes Gaukelspiel.
Doch heute ist er kalt und kahl,
des Blutes floss zu viel.

Der König schnürt den Freigeist ein,
So wars von ihm geplant,
wollt Herrscher ohne Narren sein,
die Malabes entsandt.

Inquisition dem Narrenvolk
Spaß und Gesang, sogar
Das Lachen selbst verbieten wollt,
durch Folter Mord gebar.

Im Brunnen endete der Wahn.
Dort warf man sie hinab.
Verrottend wuchs der Racheplan
Im nassen Modergrab.

Und als ein Jahr vergangen war,
ging aus ihr Geisterruf,
zu sammeln jeden Meuchelnarr,
der ihren Hass einst schuf.

Wenn Böses hassend wird und kalt
Und seines Fleischs beraubt,
wird Rache gleichsam Urgewalt,
die nur an Vergeltung glaubt.

Und nächtens dort im Rittersaal,
nach festlichem Geschmaus,
wurd der Gäste schlimmster Alptraum wahr,
als Nebel tat sich auf.

Unter schwarzen Blicken, kalt wie Eis,
und frierendgleichem Klang
fordern Tote ihren Opferpreis
„Fünf oder alle Mann!“

Das Lachen steckte tief im Hals,
die Seele ging verlorn,
der Körper und das Lebensschmalz,
drei Opfer nahm ihr Zorn.

Nur Gothmoghs Wasser trieb den Spuk,
wusch reinigend hinweg,
gab Seel und Herzen auch zurück,
nur die Knochen blieben im Dreck.

So meide, Narr, die Veldenzburg!
Und ruf nicht in den Schacht!
Du weckst nur Rachedurst und Tod,
der holt dich in der Nacht!

Geschrieben von Salina nach den bedrohlichen Ereignissen auf Burg Veldenz.

 


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Auf Messers Schneide

(Melodie: Traum vom Tod II)

Als ich dereinst nach Rieneck zog
Als freie Musikante,
Da hörte ich von Zwist und Angst und Tod.
Ich sah die tiefen Wolken schon,
die dunkelten am Morgen
und trieften gar am Abend blutig rot.
Und trieften gar am Abend blutig rot.

Zwei Schwerter sah ich - Stahl gen Stahl -
Die blitzen mir entgegen,
Und Krankheit zog durch Rienecks hohes Tor.
Die freie Stadt, so friedvoll bunt
Mit gaukelnden Gesellen
Kam mir so totenstill und gruftleer vor.
Kam mir so totenstill wie gruftleer vor.

Nicht Sturm noch Zeit vertreibt die Spur,
die diese Schwerter ziehen,
sie bleibt so tief und rot und heiß zu sehn.
Uns bleibt kaum Zeit, so seid bereit,
dem Tod die Stirn zu bieten,
da wir schon auf des Messers Schneide stehn.
Da wir schon auf des Messers Schneide stehn.

Als ich dereinst nach Rieneck zog,
sah ich dort viele Helden,
die Mut und List sich fassten gegen Gier.
Drum steh‘ ich hier.

 

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Stauchen zusammen
(Gedichtet im Frühjahr 609 n.SR. von Elindal, dem zweifachen Turniersieger von Rathelsbeck 608 n.SR.)
Refrain
Was immer uns droht
Was immer bringt Not
Wir stehen in Stauchen zusammen
Triffst du bei uns ein
Bring Freunde herein
Wir stehen in Stauchen zusammen


Ein Unrecht geschehen,
Hast du es gesehen?
Was können wir jetzt tun?
Wir werden's schon schaffen
werden wieder lachen.
Und friedlich wieder ruh'n
Deidedadei, deidedadum
Und friedlich wieder ruh'n

Refrain

Die Orken am Pass
Voll Blutdurst und Hass
Ganz Stauchen is vereint
Sieh doch Mensch und Zwerg
Stehen alle am Berg
Treiben zurück den Feind
Deidedadei, deidedadum
Treiben zurück den Feind

Refrain


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Schatten an der Wand (Gedichtet im Herbst 609 n.SR. von Shalalahs Schatten,   zu den Ereignissen auf Burg Weldendt auf die Melodie von "Shadow on the Wall")

Refrain:

Schatten an der Wand
(sie haben) Waffen in der Hand ...
Schatten an der Wand, was ist das denn für ein Land?!

Schatten, wo man hinsieht, Schatten sind im Raum,
schau in jede Ecke, denn das ist kein Traum.

Fühlt Euch wie zuhause, (wir) töten Euch nur fast.
Bei Gräfin Agathe sind wir gern zu Gast.

Schatten an der Wand ...

Unser'n Schattenhaushalt, wollt Ihr gar nicht seh'n,
keiner macht da sauber, daheim ist es nicht schön.

Unser Schattendasein sorgt für frischen Wind,
Ihr solltet nicht da sein, wo wir Schatten sind.

Schatten an der Wand ...

(Wir) sind Euch auf den Fersen, spring'n Euch ins Genick,
Schwerter stör'n uns nicht (das ist) ein gemeiner Trick.

Geh uns aus dem Licht und tritt 'nen Schritt zurück,
Stehst schon auf der Mauer ... noch ein kleines Stück.

Schatten an der Wand ...

Dann wird das ein Fall für die Inquisition
Noch fühlt Ihr Euch sicher, doch da kommt sie schon.

Tim, Salina, Ducas .... jetzt ist Schluss!
Erst kommt Bartwin dann (Frater) Cumularius.

Schatten an der Wand ...

Schatten an der Wand ...

Schatten an der Wand ...

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